Von David Schwingen, letzte Aktualisierung am 18.06.2017 um 13:10h

Dieppe in Frankreich - Das älteste Seebad Frankreichs

Dieppe ist eine kleine Hafenstadt in Frankreich mit knapp 30.000 Einwohnern. Sie liegt in der Normandie im Département Seine-Maritime und gehört zusammen mit Etretat und Fecamp zu den bekanntesten Orten an der Alabasterküste.

Dieppe in Frankreich - Blick auf den Hafen
Dieppe in Frankreich - Blick auf den Hafen - © Copyright: eyewave - Fotolia

Dieppe in Frankreich – Teil der Alabasterküste

Die Alabasterküste ist eine bis zu 100 Meter hohe Steilküste am Ärmelkanal im Norden Frankreichs. Ihre Kreidefelsen erstrecken sich auf einer Länge von 120 Kilometern Länge von Le Tréport, an der Grenze zur Picardie, bis zur Hafenstadt Le Havre.

Die Lage von Dieppe auf der Karte: An der Küste der Normandie, knapp 1 Stunde von Rouen entfernt. Kartenmaterial: Google Maps

Dieppe liegt direkt am Meer und ist Teil dieser atemberaubenden Alabasterküste. Von Étretat und Fécamp aus, erreicht man Dieppe mit dem Auto innerhalb einer Stunde, ebenso aus Rouen. Von Paris aus sind es knapp zweieinhalb Stunden.

Dieppe in der Normandie – Bewegte Geschichte

Erstmals urkundlich erwähnt wurde Dieppe um das Jahr 1030. Hier wird Dieppe als Fischerdorf bezeichnet. Ursprünglich soll Dieppe übrigens Deep (angelsächsisch für tief) geheißen haben und bezog sich auf das Hafenbecken direkt am Meer. Im Laufe der Jahre entwickelte sich der Name dann zu Dieppe.

1435 begann man mit dem Bau der Burg Dieppe (französisch: Château de Dieppe) oberhalb der Klippen, um den Ort vor Angriffen, vor allem der Engländer, zu schützen.

Burg Dieppe (Château de Dieppe)
Burg Dieppe (Château de Dieppe) - © Copyright: foxytoul - Fotolia

1694 wurde Dieppe von einer britischen Flotte in Schutt und Asche gelegt. Glücklicherweise beschädigten die Angriffe aber nicht nachhaltig das Verhältnis zu England. Ab 1790 verkehrten regelmäßige Fähren zwischen Dieppe in Frankreich und Newhaven in England.

Der Strand von Dieppe – Beliebtes Ziel für alle Ausflügler aus Paris und England

Aufgrund der Lage am Ärmelkanal und der Nähe zu England, entwickelte sich Dieppe ab dem 17. Jahrhundert zum Seebad.

Mit dem Zug aus Paris oder per Fähre aus England trafen sich Mitte des 18. Jahrhunders Adel und die wohlhabende Mittelschicht zum Urlaub und Dieppe entwickelte sich rasch zu einem mondänen Badeort. Ein Casino (Casino mauresque) und vornehme Hotels wurden gebaut und an der Strandpromenade eröffneten zahlreiche Teestuben.

Der Strand von Dieppe in Frankreich
Der Strand von Dieppe in Frankreich - © Copyright: destillat - Fotolia

Weiteren Aufschwung erlebte das Seebad in der Normandie dann Mitte der 1930er Jahre als jedem Arbeiter erstmals fünfzehn Tage bezahlten Urlaub zustanden. Viele Pariser Familien strömten nach Dieppe, um ihren Urlaub zu genießen und Strand und Meer zu erleben. Der zweite Weltkrieg setzte dem Tourismus in Dieppe dann ein jähes Ende.

Dieppe im 2. Weltkrieg – Ort der gescheiterten Operation Jubilee

Dieppe war ab Mitte 1940 von der deutschen Wehrmacht besetzt. Um Dieppe und die Normandie von den Nazis zu befreien, fand am 19. August 1942 von Seiten der Alliierten die Operation Jubilee, im englischen Raum auch als Dieppe Raid bekannt, statt. Knapp 240 Schiffe und mehr als 6000 Soldaten der Allierten, davon hauptsächlich Kanadier, versuchten den Hafen von Dieppe einzunehmen. Die Operation endete in einem Fiasko. Knapp 1200 alliierte und 300 deutsche Soldaten kamen ums Leben.

Das Museum "Le Mémorial du 19 août 1942" erinnert an den gescheiterten Versuch der Invasion. Es befindet sich am Place Camille Saint-Saëns. Öffnungszeiten und Eintrittspreise entnehmen Sie bitte der offizielen Webseite.

Ebenso sind die Gedenkstätte von Dieppe und der Soldatenfriedhof (Dieppe Canadian War Cemetery) eine Erinnerung an diesen schrecklichen Krieg und eine Mahnung für den Frieden.

Erkenntnisse der gescheiterten Operation wurden für die Landung der Alliierten genutzt

Auch wenn die Verluste aus der Operation Jubilee sehr schmerzhaft waren, so nutzte man die Erkenntnisse daraus für die erfolgreiche Operation Overlord, die im Juni 1944 an den Landungsstränden der Normandie (Omaha Beach etc.) stattfand und das Ende des 2. Weltkriegs einleitete.

Dieppe in Frankreich – Diese Sehenswürdigkeiten sollte man gesehen haben

Dieppe ist heute das älteste Seebad Frankreichs. Das Casino mauresque gibt es leider nicht mehr. Den Hafen, die Burg Dieppe und ein neues Casino dagegen schon. Daneben einige andere interessante Sehenswürdigkeiten und eine schöne Altstadt.

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Sehenswert ist die Promenade sowie der Strand von Dieppe. Leider ist er – wie so oft an der Alabasterküste – kein Sandstrand, sondern ein Kieselstrand. Dennoch bietet ein Strandspaziergang entlang der Küste atemberaubende Ausblicke auf die Kreidefelsen.

Ebenfalls empfehlenswert ist ein Spaziergang entlang des Hafenbeckens zum Fischereihafen (Quai Duquesne) am frühen Morgen, wenn die Fischer ihren Fang verkaufen. Außerdem verfügt Dieppe über eine sehr ansehnliche Fußgängerzone (Grande Rue) mit zahlreichen Geschäften.

Ein Highlight ist die Besichtigung der Burg Dieppe, die einst die Stadt vor den Angriffen der Engländer schützen sollte. Heute befindet sich dort das Museum "Musée de Dieppe" (Rue de Chastes) und bietet Einblicke in die Stadtgeschichte, aber auch eine Kunstsammlung von Malern wie Renoir oder Boudin.

Dieppe – Sehenswürdigkeiten im Umland

Auch im Umland von Dieppe gibt es viel zu entdecken:

  • Die berühmten Kreidefelsen von Étretat sind ein Highlight, was man gesehen haben muss.
  • Der "Bois des Moutiers" in Varengeville-sur-Mer ist ein englischer Garten in Frankreich. Eine acht Hektar große blühende Parkanlage, die einfach herrlich anzusehen ist.
  • Ebenfalls sehenswert ist das Schloss "Château de Miromesnil" in Tourville-sur-Arques.
  • Wer sich für moderne Architektur interessiert, kommt in Le Havre auf seine Kosten.

Dieppe – Anreise mit dem Zug, Fähre nach Newhaven

Dieppe verfügt über einen Kopfbahnhof (Gare de Dieppe) und ist mit Nahverkehrszügen (TER Haute-Normandie) innerhalb einer Stunde von Rouen aus zu erreichen.

Wen es nach Englang zieht, kann per Autofähre mehrmals täglich nach Newhaven aufbrechen.

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