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Von David Schwingen, letzte Aktualisierung am 10.05.2018 um 12:36h

Trouville-sur-Mer – Vom Fischerdorf zum hübschen Badeort

An schönen Orten mangelt es an der Côte Fleurie, der Blumenküste, nicht. Einer dieser Orte ist das hübsche Seebad Trouville-sur-Mer, was wir Ihnen heute vorstellen möchten.

Blick auf Trouville-sur-mer von der Brücke, die Trouville und Deauville miteinander verbindet
Blick auf Trouville-sur-mer von der Brücke, die Trouville und Deauville miteinander verbindet - © Copyright: David Schwingen
Die Lage von Trouville-sur-Mer auf der Karte: Unweit von Le Havre und Honfleur, Kartenmaterial: Google Maps

Trouville-sur-Mer hat knapp 4700 Einwohner und befindet sich in der Normandie im Département Calvados, dort wo der Fluss Touques ins Meer mündet. Gleichzeitig trennt der Fluss die beiden Orte Deauville und Trouville-sur-Mer.

Während der Nachbarort, das elegante Deauville, ein am Reißbrett entstandener Ort ist, ist das hübsche Trouville-sur-Mer ein gewachsener Ort.

Trouville liegt in die eine Richtung knapp 50 Minuten von Le Havre und in die andere Richtung knapp eine Stunde von Caen entfernt.

Charles Mozin – Der "Entdecker" von Trouville-sur-Mer

Ursprünglich war Trouville ein idyllisches Fischerdorf. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts entdeckten Maler den kleinen Ort an der Küste des Ärmelkanals: 1825 ließ sich der Pariser Maler, Charles Mozin, im zarten Alter von 19 Jahren hier nieder, als er auf der Suche nach Landschaftsmotiven war. Er fand hier "seine" Motive und malte viele seiner Werke in Trouville.

Youtube-Video "Trouville-sur-Mer comme vous ne l'avez jamais vu"

Durch Mozins Bilder wurden weitere Maler auf das kleine Städtchen am Meer aufmerksam. Somit hat er dafür gesorgt, dass das kleine Städtchen in der Normandie schnell bekannt wurde und man kann heute Charles Mozin durchaus als "Entdecker" von Trouville-sur-Mer bezeichnen.

Das Hafenstädtchen Honfleur ist nur ein Steinwurf von Trouville entfernt und gilt als Wiege des Impressionismus. Bald besuchten einige Maler neben Honfleur auch Trouvillle und sorgten für weitere Bekanntheit des Ortes. So malte beispielsweise 1865 Eugène Boudin hier sein berühmtes Motiv "Der Strand von Trouville".

Trouville-sur-Mer – Nach den Malern, kamen zuerst Schriftsteller und dann die Pariser

Fischerboot läuft in den Hafen von Trouville-sur-Mer ein, im Hintergrund zu sehen sind die beiden Leuchttürme
Fischerboot läuft in den Hafen von Trouville-sur-Mer ein, im Hintergrund zu sehen sind die beiden Leuchttürme - © Copyright: David Schwingen

Nachdem die Maler den Badeort für sich entdeckt hatten, entdeckten langsam auch die Schriftsteller den Ort für sich.

Alexandre Dumas, der mit seinen Romanen "Die drei Musketiere " und "Der Graf von Monte Christo" weltbekannt wurde, machte erstmals 1829 hier Urlaub. 1831 kritisierte er scherzhaft in seinem Werk "Mes mémoires", dass Trouville-sur-Mer genauso abgeschieden läge wie die "Robinson Crusoe Insel".

Fischerboot und kleines Boot begnenen sich an der Hafeneinfahrt von Trouville-sur-Mer
Fischerboot und kleines Boot begnenen sich an der Hafeneinfahrt von Trouville-sur-Mer - © Copyright: David Schwingen

Das änderte sich in den nächsten Jahrzehnten allerdings schlagartig. Der Ort wuchs und elegante Villen entstanden. Ab 1863 konnte man Trouville-sur-Mer mit der Eisenbahn von Paris aus erreichen. Damit hatten die Pariser erstmals die Möglichkeit innerhalb weniger Stunden Urlaub am Meer zu machen, was zu einem großen Aufschwung von Trouville führte. Auch heute noch erreicht man Trouville mit dem Zug: Vom Pariser Bahnhof Saint-Lazare aus dauert die Fahrzeit knapp 2,5 Stunden.

Im September 1893 verbrachte Marcel Proust zusammen mit seiner Mutter seinen Urlaub in Trouville. Sie wohnten im Grand Hotel "Les Roches noires". Proust war fasziniert von Trouville und Cabourg. Deshalb dienten ihm später beide Orte als Vorbild für seinen fiktiven Badeort "Balbec" in seinem Roman "Auf der Suche nach der verlorenen Zeit".

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Trouville-sur-Mer – Vorbild für "Casino Royale"?

Manche Fanseiten über James Bond stellen die These auf, dass sich auch der berühmte Autor, Ian Fleming, von Trouville hat inspieren lassen. In seinen Roman "Casino Royale" schreibt er über ein Casino, was von der Beschreibung zum Teil auf das Casino in Trouville zutrifft.

Das Casino von Trouville

A propos Casino: Am 29.06.1912 eröffnete in Trouville ein im Kolonialstil erbautes Casino. Es existiert heute noch und ist architektonisch ein Schmuckstück. Es ist knapp 6500 m² groß und befindet sich direkt am Strand gegenüber des Hafens. Besonders abends, wenn es effektvoll beleuchtet wird, ist es schön anzusehen.

Ironischerweise liegt das nächste Casino gerade einmal drei Kilometer entfernt: Zwölf Tage nach der Eröffnung des Casinos in Trouville, eröffnete am 11.07.1912 im Nachbarort Deauville ebenfalls ein großes Casino.

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Trouville – Der Strand

Youtube-Video "La reine des plages"

Französische Reiseführer bezeichnen Trouville als "la reine des plages", also als "Königin der Strände". Diese Bezeichnung hat Trouville nicht ohne Grund. Denn der Strand ist sicherlich das Highlight von Trouville und einer der schönsten der ganzen Normandie.

Es ist ein hübscher, langer und breiter Strand. Er ist feinsandig und lädt zum Bauen von Strandburgen und zum Schwimmen ein. Entlang des Strandes säumen hübsche Strandvillen und imposante Bauten wie die Ferienwohnungen des "Trouville Palace" den Weg. Glücklicherweise konnte sich Trouville seinen Charakter erhalten. Betonburgen findet man nicht und so spürt man entlang des Strandes den Charme der Belle Époque.

Trouville-sur-Mer ist ein schöner Ort für einen Familienurlaub. Entlang der Holzpromenade befindet sich das Schwimmbad mit beheiztem Freibad sowie einige Attraktionen für Kinder.

Genauso wie der Nachbarort Deauville, verfügt auch Trouville über eine lange Holzpromenade (planches). Sie ist allerdings bei weitem nicht so bekannt ist, wie die berühmten "Les Planches" in Deauville.

Der Hafen von Trouville – Wenn die Schiffe auf dem Trockenen liegen

Ebbe im Hafen von Trouville-sur-Mer, im Hintergrund zu sehen: Wochenmarkt von Trouville-sur-Mer und der Wiederaufbau der Fischhalle
Ebbe im Hafen von Trouville-sur-Mer, im Hintergrund zu sehen: Wochenmarkt von Trouville-sur-Mer und der Wiederaufbau der Fischhalle - © Copyright: David Schwingen

Der Hafen von Trouville-sur-Mer ist eine Sehenswürdigkeit des kleinen Küstenortes.

Interessant ist, dass der Hafen abhängig von den Gezeiten ist. Je nachdem, wann Sie hier lang spazieren, erleben Sie Schiffe, die im Wasser schwimmen oder bei Ebbe auf dem Trockenen liegen. Dann heißt es: Warten bis die nächste Flut kommt.

Wie Sie auf dem Bild erkennen können, gibt es in Trouville-sur-Mer einen großen Wochenmarkt. Dieser findet in den Morgenstunden jeweils mittwochs und sonntags statt. Im Juli und August findet auch ein Wochenmarkt donnerstags statt.

Die Fischhalle in Trouville – einer der schönsten Fischmärkte der Normandie

Fischerboot im Hafen von Trouville-sur-Mer. Im Hintergrund zu sehen ist die Fischhalle, die sich zu diesem Zeitpunkt noch im Bau befand
Fischerboot im Hafen von Trouville-sur-Mer. Im Hintergrund zu sehen ist die Fischhalle, die sich zu diesem Zeitpunkt noch im Bau befand - © Copyright: David Schwingen

Auch heute noch hat der Fischfang große Tradition in Trouville.

Täglich brechen die kleinen Fischkutter zum Fischfang auf. Der Fang wird dann ganz frisch direkt in der großen Fischhalle (marché aux poissons) am Hafen verkauft. 2006 ist die Fischhalle übrigens komplett abgebrannt. Sie wurde aber nach dem Vorbild der alten Halle und im normannischen Stil komplett neu gebaut und 2011 wiedereröffnet.

Sie hat täglich geöffnet und Fischliebhaber werden hier sicherlich auf ihre Kosten kommen.

Weitere Sehenswürdigkeiten in Trouville

Das ehemalige Grand Hotel 'Les Roches noire' am Strand von Trouville-sur-Mer
Das ehemalige Grand Hotel "Les Roches noire" am Strand von Trouville-sur-Mer - © Copyright: Pymouss, Bildtitel: L'hôtel des Roches Noires à Trouville-sur-Mer, vu de la plage., Lizenz: CC BY-SA 3.0 (Creative Commons)

Neben dem Strand, dem Casino, dem Hafen und der Fischhalle hat Trouville noch einige andere Sehenswürdigkeiten zu bieten.

Direkt am Strand gelegen liegt das berühmte, ehemalige Grand Hotel "Les Roches noires". Seit 1959 ist es kein Hotel mehr. Es wurde verkauft und in einzelne Appartements umgewandelt.

Mehrere berühmten Persönlichkeiten wohnten im "Les Roches noires": U.a. Marcel Proust (siehe oben), aber auch die Schriftstellerin, Marguerite Duras. Sie bewohnte das Appartement 105.

Blick auf die Altstadt von Trouville-sur-mer, im Vordergrund das berühmte Hotel Le Central
Blick auf die Altstadt von Trouville-sur-mer, im Vordergrund das berühmte Hotel Le Central - © Copyright: David Schwingen

Trouville hat zudem eine schöne Altstadt mit kleinen Gassen und Geschäften. Wundern Sie sich jedoch mittags nicht über geschlossene Läden, denn in Trouville legen viele Geschäfte noch eine Mittagspause ein.

Ebenfalls empfehlenswert ist ein Spaziergang auf der Seebrücke mit den zwei Leuchttürmen. Je nach Wetter schmeckt man das Salz des Meeres auf der Zunge und kann den Schiffen beim Ein- und Auslaufen aus dem Hafen zusehen. Besonders schön anzusehen ist dies verbunden mit einem Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang.

Noch ein letzter Tipp zum Abschluss: Geben Sie bei Ihrer Anfahrt bitte den vollständigen Namen "Trouville-sur-Mer" in Ihr Navi ein. Es gibt nämlich zwei weitere Orte, die ebenfalls Trouville heißen und in der Normandie liegen.

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