Von David Schwingen, letzte Aktualisierung am 28.04.2019 um 12:47h

D-Day 1944 - Die Landung der Alliierten in der Normandie

Fährt man heute durch die Normandie sieht man atemberaubende und wunderschöne Landschaften. Alles wirkt so harmonisch und friedlich und kaum einer kann sich heute noch vorstellen, was für eine blutige Schlacht sich hier vor 75 Jahren zwischen den Soldaten der Wehrmacht und den Soldaten der Allierten ereignet hat.

Spuren einer blutigen Schlacht: Auf dem deutschen Soldatenfriedhof in La Cambe sind die Gräber von mehr als 20.000 deutsche Soldaten
Spuren einer blutigen Schlacht: Auf dem deutschen Soldatenfriedhof in La Cambe sind die Gräber von mehr als 20.000 deutsche Soldaten - © Copyright: David Schwingen

Als ich als Jugendlicher in der Schule das erste Mal von der Landung der Alliierten in der Normandie hörte, stelle ich mir das völlig naiv so vor: Ein bis zwei Flugzeuge der Alliierten landen in der Normandie, circa 100 alliierte Soldaten steigen aus und kurze Zeit später ergeben sich die Soldaten der deutschen Wehrmacht kampflos.

Video des Tourismusverbandes der Normandie: From the D-Day Beaches to the battle of the Hedgerows - Von den D-Day-Stränden bis zur Heckenschlacht

Ich hatte keine Ahnung, dass der Begriff "Landung" nicht nur für Flugzeuge und Hubschrauber benutzt wird, sondern dass auch beispielsweise Schiffe anlanden können. Ich hatte aber auch keine Ahnung, was für eine blutige Schlacht hier ausgetragen wurde.

Meine Ahnungslosigkeit änderte sich schnell als wir das Thema dann im Geschichtsunterricht behandelten. Dennoch nahm ich den D-Day damals ziemlich regungslos auf. Mir fehlte die Kraft, sich das alles vorzustellen. Das änderte sich als ich im Jahr 2000 und in den Folgejahren die Normandie bereiste und mir diese Schauplätze des 2. Weltkrieges anguckte.

Wo ist der Unterschied zwischen den Begriffen "D-Day" und "Landung der Alliierten"?

Im deutschen Sprachgebrauch wird häufig die Bezeichnung "Landung der Alliierten" oder "Invasion der Alliierten" verwendet.

Im englischsprachigen Raum wird der Begriff D-Day für einen Stichtag militärischer Operationen verwendet. Daher gab es den Begriff D-Day auch schon im Ersten Weltkrieg. Heute ist aber all diesen Begriffen gemeinsam, dass man sie eng mit dem 6. Juni 1944 verbindet. Dem Beginn der Befreiung Europas von der Nazi-Diktatur.

Auf den Spuren des 2. Weltkriegs

Auch wenn man in dieser herrlichen Landschaft nicht "an jeder Ecke" mit dem Zweiten Weltkrieg konfrontiert wird, so gibt es in der Normandie dennoch viel zu dem Thema "2. Weltkrieg" zu entdecken: Von den Landungsstränden der Alliierten über den künstlichen Hafen von Arromanches-les-Bains bis hin zu einer Küstenbatterie mit noch gut erhaltenen Kanonen. Dies alles stellen wir Ihnen im Artikel "Auf den Spuren des 2. Weltkriegs in der Normandie" vor.

Die Normandie war Teil von Hitlers Atlantikwall

Frankreich war seit Juni 1940 zu großen Teilen von der deutschen Wehrmacht besetzt. Die Küsten Frankreichs waren strategisch sehr wichtig für Hitler. Sie waren Teil des Atlantikwalls, einer fast 2700 Kilometer langen Befestigungslinie, die sich von Norwegen über Frankreich bis hin zur spanischen Grenze erstreckte.

Somit waren auch die Küsten der Normandie im 2. Weltkrieg Teil des Atlantikwalls, den Hitler seit 1942 massiv verstärken ließ. Die deutschen Behörden rekrutierten Tausende von Männern: Freiwillige, Zwangsarbeiter, Juden, Flüchtlinge und Kriegsgefangene, um unter Hochdruck Befestigungsanlagen, Geschützstellungen und Bunker in der Normandie zu bauen.

Hitlers General, Erwin Rommel, befürchtete eine Invasion der Alliierten an den Stränden der Normandie. Dagegen glaubten große Teile der Wehrmacht, dass die Alliierten nicht an den Stränden der Normandie landen würden. Sie glaubten stattdessen, dass die Invasion in Calais, in der Region Hauts-de-France stattfinden würde, da Calais nur 40 Kilometer von der britischen Küste entfernt liegt. Untermauert wurde ihre Theorie dadurch, dass es bereits 1942 eine gescheiterte Invasion der Alliierten in der Normandie gegeben hatte.

Im Rahmen der Operation Jubilee hatten am 19. August 1942 die Alliierten versucht mit 240 Schiffen und 6000 Soldaten die Hafenstadt Dieppe zu befreien. Nachdem diese Operation für die Alliierten in einem Fiasko geendet war, ging die Wehrmacht nun davon aus, dass die Alliierten sich nicht noch mal auf eine Landung in der Normandie einlassen würden.

Operation Overlord und der D-Day

Am 1. Dezember 1943 beschließen auf der "Konferenz von Teheran" der amerikanische Präsident, Franklin D. Roosevelt, der englische Premierminister, Winston Churchill und der sowjetische Staatschef, Josef Stalin, eine gemeinsame millitärische Operation, um Europa von den Nazis zu befreien.

Die Planungen für diese militärische Operation trugen den Codenamen "Operation Overlord" und umfassten u.a. die Befreiung Paris von den Nazis und die Bildung einer Westfront. Der D-Day, der den Codenamen "Operation Neptune" trug, war als Landung der Alliierten nur ein kleiner Teil des großen Ganzen, der Operation Overlord.

In den Folgemonaten liefen dann - größtenteils in England - die Vorbereitungen auf Hochtouren: Es erfolgten verschiedene Aufklärungsoperationen, das Zusammenführen der Truppen, Invasiontrainings, Herstellen von Senkkästen aus Beton und schließlich die Überfahrt.

6. Juni 1944 – Die Landung der Alliierten in der Normandie

In den ersten Tagen nach dem D-Day (06.06) konnten die Allierten Truppen, Panzer und andere Militärfahrzeuge als Nachschub an den Stränden der Normandie anlanden
In den ersten Tagen nach dem D-Day (06.06) konnten die Allierten Truppen, Panzer und andere Militärfahrzeuge als Nachschub an den Stränden der Normandie anlanden. - © Copyright: MIckStephenson (Wikimedia), Bildtitel: Landing ships putting cargo ashore on Omaha Beach, at low tide during the first days of the operation, mid-1944-06, Lizenz: gemeinfrei

Geplant war die Landung der Alliierten für den 5. Juni 1944. Ein schwerer Sturm verhinderte diesen Plan aber.

Für den 6. Juni war eine Wetterbesserung vorhergesagt worden und so lief in der Dämmerung des 6.6 die gewaltigste Landungsoperation aller Zeiten an: Von der Küste Englands starteten an diesem Morgen fast 7.000 Kriegsschiffe und Landungsboote.

An Bord der Schiffe waren rund 130.000 Mann und 20.000 Fahrzeuge, über 11.000 Flugzeuge unterstützen die Invasion aus der Luft.

Ab 06:30h erreichten die Alliierten die Strände der Normandie.

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